DigestAID, Ciberbit, ITGest und NB Clinic werden am Montag, dem 31. August, am Hauptsitz des portugiesischen Wirtschaftsverbands (CIP) Absichtserklärungen mit saudischen Investoren unterzeichnen.
Die Vereinbarungen fallen in den Rahmen eines einwöchigen Besuchs einer Delegation von fast 20 mit Saudi-Arabien verbundenen Unternehmen in Portugal, wobei sich das Gesundheitswesen und die Technologie als zwei der wichtigsten Bereiche für eine mögliche Zusammenarbeit herauskristallisieren.
Die Vereinbarungen sollen den portugiesischen Unternehmen dabei helfen, eine lokale Vertretung aufzubauen, ihre Geschäftstätigkeit in Riad aufzunehmen oder neue Investitionsquellen zu erschließen. Sie sehen keine Beteiligung saudischer Investoren an den Unternehmen vor.
Von Porto AI bis zum Gesundheitswesen in Riad
Zu den Unternehmen gehört das in Porto ansässige Unternehmen DigestAID, ein Spin-off der Universität Porto, das sich auf künstliche Intelligenz für die gastrointestinale Diagnostik spezialisiert hat.
Sein DeepCapsule-System nutzt KI, um gastrointestinale Läsionen anhand von Bildern aus der Kapselendoskopie zu identifizieren, und erhielt kürzlich die Zulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration. Das Unternehmen möchte nun kommerziell expandieren und zusätzliche Finanzmittel einwerben.
DigestAID unterhält bereits eine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem saudischen King-Faisal-Krankenhaus und ist über die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman auf den Märkten am Golf tätig.
ITGest entwickelt unterdessen Hardware- und Softwaresysteme, mit denen Krankenhäuser, Kliniken und Labore ihre Abläufe in Echtzeit überwachen können. Das 18 Jahre alte portugiesische Unternehmen erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 10,5 Millionen Euro bei einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro. Die Vereinbarung soll dazu beitragen, einen lokalen Vertreter zu finden, der in der Lage ist, die Systeme bei saudischen Gesundheitsdienstleistern einzuführen.
Das Technologieunternehmen Ciberbit und der Anbieter für ästhetische Medizin NB Clinic gehören ebenfalls zu den vier Unternehmen, die sich auf die Unterzeichnung von Vereinbarungen vorbereiten.
Portugiesische Präsenz mehr als verdoppelt
Die Vereinbarungen sind Teil einer weitaus umfassenderen Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern.
Als der Saudi-Portugiesische Wirtschaftsrat im Jahr 2024 gegründet wurde, waren 24 portugiesische Unternehmen in Saudi-Arabien tätig. Diese Zahl ist inzwischen auf rund 60 gestiegen, was bedeutet, dass sich die portugiesische Unternehmenspräsenz innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt hat.
Die aktuelle Delegation traf am 25. August in Portugal ein und wird bis zum 1. September bleiben; geplant sind Treffen mit Organisationen wie Trofa Saúde, dem Nationalen Gesundheitsinstitut Dr. Ricardo Jorge, dem Internationalen Iberischen Nanotechnologielabor und dem portugiesischen Pharmaunternehmen Tecnimede.
Der Besuch findet zudem im Vorfeld einer separaten Reise des saudischen Gesundheitsministers Fahad Al-Jalajel statt und spiegelt die Suche Saudi-Arabiens nach internationalen Partnern wider, während das Land im Rahmen seines Programms „Vision 2030“ sein Gesundheitssystem grundlegend reformiert.
Für die beteiligten portugiesischen Unternehmen liegt der Reiz auf der Hand: Saudi-Arabien bietet einen großen Gesundheitsmarkt, der nach neuen Technologien und Fachwissen sucht, doch der Zugang zu diesem Markt erfordert lokale Kontakte. Diese Verträge sollen genau diese Möglichkeit eröffnen.








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