Spanien, Frankreich und Italien waren in den letzten Tagen von schweren Unwettern betroffen, die unter anderem zu überfluteten Straßen, Stromausfällen, Evakuierungen und Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr führten.

Starke Regenfälle und Überschwemmungen in Spanien

Der Nordosten Spaniens gehörte zu den Gebieten, die Anfang dieser Woche besonders stark betroffen waren, als am Montag, dem 24. August, intensive Regenfälle, starke Winde und Hagel Katalonien heimsuchten.

Die Provinz Tarragona war von besonders starken Regenfällen betroffen. Die spanische Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, dass in Vinyols i els Arcs innerhalb von nur drei Stunden 88,6 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen wurden, während in Tarragona im gleichen Zeitraum 77,3 Liter fielen. In Tarragona fielen innerhalb von nur 30 Minuten 34 Liter pro Quadratmeter.

Die Unwetter brachten auch in anderen Teilen Kataloniens starke Winde und ungewöhnlich großen Hagel mit sich; am Lac Redon in Lleida wurden Windböen von bis zu 117 Kilometern pro Stunde gemessen, und in einigen Gebieten wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern gemeldet.

Europa Press berichtet, dass während des Unwetters 769 Anrufe beim Notruf 112 eingingen, was zu 505 Einsätzen führte. Die Feuerwehr rückte zu 402 Einsätzen aus.

Tausende ohne Strom in Frankreich

Heftige Gewitter führten am Sonntagabend und bis in den Montag hinein auch im Südwesten Frankreichs zu erheblichen Beeinträchtigungen.

Nach Angaben des französischen Senders TF1 waren im Departement Landes rund 7.500 Haushalte ohne Strom, wobei etwa 20 Gemeinden betroffen waren.

Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, es kam zu Überschwemmungen, und mehrere Verkehrswege wurden gesperrt. Auch der Zugverkehr zwischen Dax und Hendaye wurde unterbrochen.

Rund 30 Menschen suchten Zuflucht in einer Notunterkunft in Peyrehorade, einer der vom Sturm betroffenen Städte.

Überschwemmungen und Evakuierungen in Italien

Auch in Nord- und Mittelitalien kam es nach wochenlangem heißem Sommerwetter zu schweren Unwettern.

Starke Regenfälle, Gewitter und heftige Winde trafen am 21. August unter anderem die Lombardei, das Piemont, Ligurien, die Toskana, Venetien und die Emilia-Romagna und führten zu Überschwemmungen, Erdrutschen sowie Schäden an Straßen und Brücken.

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, dass allein in der Lombardei mehr als 350 Menschen evakuiert wurden, während mehrere Ortschaften vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Der Zugverkehr war in einigen Gebieten beeinträchtigt, und der Flughafen Forlì war etwa eine Stunde lang geschlossen. Eine 75-jährige Touristin in Florenz wurde zudem von einer durch starken Wind heruntergewehten Dachziegel verletzt, ihr Zustand wurde jedoch als nicht schwerwiegend eingestuft.

Wetterwarnungen in Portugal

In Portugal kam es zwar nicht zu Störungen in gleichem Ausmaß, doch unbeständiges Wetter hat das Land erreicht, und für mehrere Bezirke auf dem Festland gelten heute gelbe Unwetterwarnungen.

Die neuesten Informationen des portugiesischen Instituts für Meer und Atmosphäre (IPMA) zeigen gelbe Warnungen vor Regen und/oder Gewittern in einer Reihe von Bezirken im Norden und Zentrum Portugals, darunter Aveiro, Braga, Bragança, Coimbra, Guarda, Leiria, Lissabon, Porto, Viana do Castelo, Vila Real und Viseu.

Das IPMA warnt davor, dass es zeitweise zu starken Regenfällen oder Schauern kommen kann. Die Warnungen variieren je nach Bezirk und Tageszeit.

Die Algarve bleibt von den Wetterwarnungen verschont; für Faro gilt derzeit die Warnstufe „Grün“.

Das unbeständige Wetter stellt eine spürbare Abkehr von den heißen und trockenen Bedingungen dar, die einen Großteil des Sommers geprägt haben; nun sind mehrere Teile West- und Südeuropas von starken Regenfällen betroffen.