Aber was wäre, wenn Farben mehr könnten, als nur das Auge zu erfreuen?

Seit Jahrhunderten verbinden spirituelle Traditionen Farben mit bestimmten Eigenschaften und Bewusstseinszuständen. Eine besonders ausführliche Deutung stammt aus den „I AM“-Lehren, die in den 1930er Jahren von Guy und Edna Ballard begründet wurden und mit den Lehren von Saint Germain in Verbindung stehen.

In „The Voice of the ‚I AM‘“ vom August 1937 stellte Edna Ballard den Beitrag „Perfection in Colours“ vor, in dem sie die Auswirkungen beschrieb, die Farben ihrer Meinung nach auf das Leben, die Gesundheit und den Wohlstand haben können.

Das Prinzip ist einfach: Farbe ist Licht, und verschiedene Farben stehen für unterschiedliche Frequenzen. Nach diesen Lehren kann es unser emotionales und spirituelles Umfeld beeinflussen, wenn wir uns mit reinen, klaren und leuchtenden Farben umgeben.

Es handelt sich hierbei eher um spirituelle Lehren als um wissenschaftlich belegte medizinische Aussagen, doch sie bieten eine faszinierende Sichtweise auf etwas, das uns jeden Tag umgibt.

WEISS – Reinheit, Ausgeglichenheit und Heilung

Weiß steht für Reinheit, Sauberkeit, Gleichgewicht und Harmonie und gilt als eine der wichtigsten Farben.

Es wird mit Reinigung und Heilung sowie mit dem Schaffen von Gefühlen des Friedens, des Glücks und der Leichtigkeit in Verbindung gebracht. Weiß gilt zudem als Grundfarbe, da weißes Licht das gesamte Farbspektrum in sich vereint.

Für die Gesundheit steht es für Reinigung, Heilung und Gleichgewicht; im Leben für Klarheit, Harmonie und Frieden.

GOLD – Fülle, Frieden und göttliche Liebe

Gold nimmt in den Lehren einen besonders wichtigen Platz ein. Es wird mit dem Licht der Sonne in Verbindung gebracht und steht für göttliche Liebe, Weisheit, Frieden, Trost, Glück und Fülle.

Es ist zudem eng mit der Versorgung verbunden – nicht nur mit Geld, sondern auch mit den materiellen Dingen, die für ein angenehmes und glückliches Leben notwendig sind.

Gold gilt als beruhigend und harmonisierend, fördert Frieden, Selbstvertrauen und Ausgeglichenheit und zieht gleichzeitig Fülle und materielle Versorgung an.

GELB – Erleuchtung, Weisheit und Klarheit

Klares, leuchtendes Gelb wird mit Licht, Erleuchtung, Intelligenz und Weisheit assoziiert.

So wie Sonnenlicht die Atmosphäre eines Raumes verändern kann, gilt Gelb als aufmunternd und wird mit Optimismus, geistiger Aktivität und Klarheit in Verbindung gebracht.

Gelb und Gold sind eng miteinander verbunden, obwohl Gold eine stärkere Assoziation mit göttlicher Liebe und Fülle aufweist.

Der wichtige Unterschied in diesen Lehren ist klares Gelb im Gegensatz zu trübem oder schmutzigem Gelb. Die Reinheit und Klarheit der Farbe werden immer wieder betont.

Quelle: Envato Elements; Autor: NAudigie;

ROSA – Liebe, Mitgefühl und emotionale Heilung

Rosa steht für göttliche Liebe und Mitgefühl.

Es gilt als eine der sanftesten und beruhigendsten Farben und wird in den Lehren besonders für Kinder und hochsensible Menschen empfohlen.

Rosa wird mit Vergebung, Freundlichkeit, Zärtlichkeit, Glück und emotionaler Harmonie in Verbindung gebracht. Sein Nutzen liegt daher weniger im materiellen Wohlstand als vielmehr darin, eine Fülle an Liebe, Wohlwollen und harmonischen Beziehungen zu schaffen.

VIOLETT – Reinigung und Transformation

Keine Farbe wird enger mit Saint Germain in Verbindung gebracht als Violett.

Violett steht für Reinigung, Transformation und Freiheit. Innerhalb der „Ich Bin“-Tradition wird die Violette Flamme als ein spirituelles Feuer angesehen, das in der Lage ist, disharmonische Energie zu transformieren und uns dabei zu helfen, unerwünschte Muster und Einflüsse loszulassen.

Anstatt etwas Negatives einfach zu überdecken, steht Violett für Transmutation – die Umwandlung eines Zustands in etwas Höheres.

Daher wird sie mit Reinigung, spiritueller Stärkung, Freiheit und der Beseitigung von Hindernissen auf dem Weg zu einem harmonischeren Leben in Verbindung gebracht.

GRÜN – Wachstum, Wohlstand und Fülle

Wenn man nach draußen schaut, dominiert eine Farbe einen Großteil der Natur: Grün.

Aus diesem Grund verbinden die Lehren klare Grüntöne – insbesondere Apfel-, Smaragd- und Jadegrün – mit Leben, Wachstum und Fülle.

Grün steht für die außergewöhnliche Fähigkeit der Natur, sich ständig zu erneuern. Es wird daher mit Vitalität und Wachstum in Verbindung gebracht, vor allem aber mit Wohlstand, materieller Versorgung und Verwirklichung.

BLAU – Energie, Stärke und Schutz

Blau steht für Energie, Stärke, Kraft und Hingabe.

Es wird besonders empfohlen, wenn die Energie schwach ist oder wenn jemand eine schwierige Zeit durchlebt und zusätzliche Kraft und Entschlossenheit benötigt. Blau wird auch mit Glauben, Schutz und Hingabe an das Göttliche assoziiert.

Interessanterweise legen die Lehren Wert auf ein klares Blau. Selbst ein dunkles Blau sollte erkennbar blau bleiben und nicht so dunkel werden, dass es schwarz erscheint.

Quelle: Envato Elements; Autor: Wirestock;

Die Regenbogenregel

Der vielleicht einfachste Weg, diese Philosophie zu verstehen, ergibt sich aus einer späteren Lehre, die Saint Germain zugeschrieben wird und 1950 in „The Voice of the ‚I AM‘“ veröffentlicht wurde.

Der Regenbogen wird als Maßstab dargestellt, an dem Farben gemessen werden sollten. Klare, leuchtende Farben gelten als konstruktiv, während trübe, schmutzige oder stumpfe Farben vermieden werden sollten.

Die Natur selbst liefert das Beispiel: leuchtende Blumen, grüne Blätter, blauer Himmel und Sonnenuntergänge voller Gold, Gelb, Rosa und Violett.

Farben, vor denen man sich hüten sollte

Von Schwarz wird besonders abgeraten. Innerhalb dieser spirituellen Philosophie gilt es als etwas, das das Licht einschränkt oder ausblendet, und den Menschen wird geraten, sich nicht übermäßig damit zu umgeben.

Auchkräftiges Rot wird ausdrücklich nicht empfohlen. Interessanterweise wird Rosa als eine völlig andere Qualität angesehen und nicht lediglich als ein schwächeres Rot.

Grau und Braun werden nicht empfohlen, da ihnen die klare, leuchtende Qualität fehlt, die in den Lehren bevorzugt wird, und sie nicht zu den Farben des Regenbogens gehören.

Die vielleicht eindringlichste Warnung betrifft jedoch schlammige, schmutzige oder stumpfe Farben. Selbst normalerweise wohltuende Farben gelten als weniger wünschenswert, wenn sie vergraut, trüb oder undeutlich sind.

Die Philosophie lässt sich daher auf eine bemerkenswert einfache Regel reduzieren:

Wähle Farben, die rein, klar, leuchtend und lebendig sind.

Unabhängig davon, ob wir alle spirituellen Behauptungen zu einzelnen Farben akzeptieren oder nicht, lohnt es sich, über die zugrunde liegende Botschaft nachzudenken. Unsere Umgebung beeinflusst uns. Licht beeinflusst uns. Schönheit beeinflusst uns.

Und Farbe ist eines der einfachsten Dinge, die wir verändern können.

Wenn du also das nächste Mal Kleidung aussuchst, einen Raum streichst oder Blumen kaufst, frag dich vielleicht nicht nur: „Sieht diese Farbe gut aus?“, sondern auch : „Wie fühle ich mich durch diese Farbe?“