Auch wenn Ergebnisse in der Saisonvorbereitung niemals als endgültige Indikatoren für die kommende Saison gewertet werden sollten, können sie doch Hinweise darauf geben, welche Mannschaften sich am schnellsten anpassen und welche noch Nachholbedarf haben. Ausgehend von den bisherigen Leistungen scheint Sporting die Mannschaft zu sein, die mit der größten Stabilität in die Saison startet, obwohl sowohl Benfica als auch Porto Grund zum Optimismus haben.
Die Vorbereitung von Sporting war besonders beeindruckend. Die Mannschaft erzielte eine starke Serie von Ergebnissen, darunter Siege gegen Torreense (2:0), Portimonense (1:0), Celtic (4:1) und einen bemerkenswerten 7:0-Sieg gegen Straßburg. Über die bloßen Ergebnisse hinaus hat Sporting Kontinuität bewiesen und viele der Prinzipien aus der letzten Saison beibehalten, während neue Spieler in eine bereits etablierte Struktur integriert wurden.
Das Offensivspiel der Mannschaft wirkt flüssig, und trotz der Veränderungen im Sommer scheint ein klares Verständnis unter den Spielern zu herrschen. Sporting hat davon profitiert, dass ein Großteil des Kernkaders erhalten geblieben ist, sodass sich der Trainerstab auf die Feinabstimmung konzentrieren konnte, anstatt die Mannschaft neu aufbauen zu müssen. Auch wenn vor Beginn der Pflichtspiele noch härtere Prüfungen anstehen, wirkt die Mannschaft derzeit gut auf die Saison vorbereitet.
Die Saisonvorbereitung von Benfica verlief durchwachsener, war aber ebenso spannend. Die „Adler“ spielten unentschieden gegen Caldas und mussten Niederlagen gegen Flamengo sowie zuletzt gegen St. Gallen in der Europa-League-Qualifikation hinnehmen. Allerdings konnten sie auch überzeugende Siege gegen Estrela da Amadora, Villarreal und Os Belenenses einfahren und dabei zahlreiche Tore erzielen. Ein 5:1-Sieg gegen Belenenses zeigte, dass Neuzugänge und jüngere Spieler gut zusammenpassten, was darauf hindeutet, dass Marco Silva langsam die richtige Balance in seinem Kader findet.
Viel Aufmerksamkeit richtete sich auf die Sommerneuzugänge von Benfica. Jhon Durán sorgte mit einem Tor gegen Belenenses sofort für Aufsehen. Gleichzeitig haben die vielversprechenden Leistungen von Gianluca Prestianni die Zuversicht gestärkt, dass er in dieser Saison eine wichtige Rolle spielen könnte. Die größte Herausforderung für Benfica bleibt die Konstanz, zumal der Kader weiterhin mit Ausfällen und den Anforderungen der frühen europäischen Wettbewerbe zu kämpfen hat.
Die Saisonvorbereitung des FC Porto lässt sich schwerer einschätzen. Unentschieden und Siege gegen Hibernian und Birmingham sorgten bei den Fans für einige Verwunderung, obwohl Freundschaftsspiele oft eher der Fitness dienen als ein genaues Abbild der Qualität einer Mannschaft zu sein. Die „Drachen“ passen sich noch an Veränderungen im Kader an und haben bislang noch nicht denselben Zusammenhalt gezeigt wie Sporting.
Dennoch verfügt Porto über genügend Qualität und Erfahrung, um sich schnell zu verbessern, sobald der Pflichtbetrieb beginnt. In der Vergangenheit hat der Verein die Saisonvorbereitung oft genutzt, um durch Experimentieren Lösungen zu finden und dann stärkere Leistungen zu zeigen, wenn es wirklich auf die Ergebnisse ankommt. Die anstehenden Spiele sollten einen klareren Hinweis darauf geben, wie schnell sich der Kader entwickelt.
Zum jetzigen Zeitpunkt scheint Sporting dank seiner beeindruckenden Ergebnisse, der taktischen Kontinuität und der allgemeinen Stabilität am besten darauf vorbereitet zu sein, die Gegner in der Liga zu überrollen. Benfica hinkt hinterher, da es an den für den Verein charakteristischen spektakulären Neuzugängen und am Offensivpotenzial mangelt und der Verein noch auf der Suche nach vollständigem Zusammenhalt ist. Porto hingegen will seinen Titel verteidigen, und nach einer Handvoll Freundschaftsspielen im Sommer gibt es für die Fans keinen Grund, nicht an diese Möglichkeit zu glauben.
Wenn die Saisonvorbereitung ein Indikator ist, könnte der Titelkampf in Portugal erneut hart umkämpft sein, wobei jeder der drei Giganten des Landes einen etwas anderen Weg in die neue Saison einschlägt.








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