Nach der 2:1-Niederlage in der Schweiz in der vergangenen Woche müssen die Adler einen Rückstand von einem Tor gegen St. Gallen aufholen, um ihre Europa-League-Hoffnungen am Leben zu erhalten und einen frühen Rückschlag zu vermeiden, der die ersten Wochen der neuen Saison überschatten könnte.
Das Hinspiel war für Marco Silvas Benfica ein frustrierender Einstieg in den Pflichtfußball. Obwohl die Portugiesen das Spiel dominierten und sich einige Chancen erspielten, mangelte es ihnen in beiden Strafräumen an Durchschlagskraft. Tore von Aliou Baldé und Tom Gaal bescherten St. Gallen einen verdienten Sieg, während Rafa Silvas Treffer dafür sorgte, dass Benfica weiterhin fest im Rennen bleibt. Das Ergebnis war enttäuschend, aber es war keineswegs ein Zusammenbruch. Benfica zeigte genügend positive Momente, die darauf hindeuten, dass der Ausgang an einem anderen Abend ganz anders hätte ausfallen können.
Es gibt auch guten Grund zu der Annahme, dass Benfica in Lissabon stärker auftreten wird. Die Atmosphäre im Estádio da Luz hat bei europäischen Spielen oft eine entscheidende Rolle gespielt, und die „Adler“ werden von einem Publikum unterstützt, das eine aggressive Reaktion erwartet. Der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Mannschaften ist nach wie vor beträchtlich, und Benficas Heimvorteil könnte sich als entscheidend erweisen. Die Prognosen vor dem Spiel sprechen trotz des Rückstands aus dem Hinspiel weiterhin für die Portugiesen, was die Überzeugung unterstreicht, dass das Weiterkommen noch in ihrer Hand liegt.
Für Marco Silva wird die Herausforderung darin bestehen, die richtige Balance zwischen Dringlichkeit und Kontrolle zu finden. Benfica kann es sich nicht leisten, nervös zu werden, sollte ein frühes Tor ausbleiben. Das Hinspiel hat gezeigt, dass St. Gallen sich wohlfühlt, wenn es tief verteidigt und auf Gelegenheiten für Konter wartet. Geduld, gepaart mit größerer Durchschlagskraft im Angriff, könnte der Schlüssel sein, um die Partie noch zu drehen.
Es geht um mehr als nur den Einzug in die nächste Qualifikationsrunde. Ein Scheitern wäre für einen Verein von Benficas Kaliber eine große Enttäuschung und würde bedeuten, dass die „Adler“ in die UEFA Conference League abrutschen, anstatt ihren Weg in die Europa League fortzusetzen. Zwar hat die Conference League in den letzten Jahren an Prestige gewonnen, doch für die Benfica-Fans bleibt sie ein Wettbewerb, der unter dem Niveau liegt, auf dem ihr Verein eigentlich spielen sollte. Die Erwartungen im Estádio da Luz drehen sich darum, in den führenden europäischen Wettbewerben mitzuspielen, und nicht darum, sich mit einer Notlösung zufrieden zu geben.
Ebenso wichtig ist, dass das Ergebnis erhebliche Auswirkungen auf die Stimmung zum Start der heimischen Saison haben könnte. Ein überzeugender Sieg und eine erfolgreiche Qualifikation würden einem Kader, der sich noch an Neuzugänge und eine neue Ära unter dem Trainer Marco Silva gewöhnen muss, Selbstvertrauen einflößen. Dies würde Schwung verleihen, den Glauben an Marco Silvas Projekt stärken und eine positivere Atmosphäre im Vorfeld der ersten Ligaspiele schaffen.
Umgekehrt würde ein frühes Ausscheiden aus den europäischen Wettbewerben unweigerlich Fragen aufwerfen. Der Optimismus der Vorsaison kann schnell verfliegen, wenn die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben, und die Fans würden ein Ausscheiden gegen St. Gallen als vermeidbaren Rückschlag betrachten. Der Druck auf Spieler und Trainerstab würde sofort steigen, was den Start in die Ligasaison komplizierter machen würde, als Benfica es sich erhofft hätte.
Beim Spiel am Donnerstag geht es daher um weit mehr als nur einen Platz in der nächsten Runde. Es geht um Selbstvertrauen, Schwung und Ehrgeiz. Benfica hat noch 90 Minuten Zeit, um die in der Schweiz gemachten Fehler zu korrigieren, doch die Reaktion, die das Team im Estádio da Luz zeigt, könnte den Verlauf der Saison prägen, noch bevor diese richtig begonnen hat.









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