Der 24-jährige Finne sicherte sich zusammen mit seinem Beifahrer Marko Salminen nach vier Tagen intensiven Wettbewerbs auf den legendären Schotteretappen Finnlands den Sieg für Toyota. Pajari beendete die Rallye in 2:27:58,0 Stunden, lag damit vor seinem Toyota-Teamkollegen Oliver Solberg und setzte damit seine bemerkenswerte Durchbruchsaison fort.
Was den Sieg noch bedeutender macht, ist der Zeitpunkt. Nur zwei Wochen nach seinem ersten WRC-Sieg in Estland knüpfte Pajari mit einem Erfolg an einer der spirituellen Hochburgen des Sports an und bewies damit, dass sein Aufstieg zum echten Titelanwärter keine Überraschung mehr ist, sondern Realität. Das Ergebnis brachte ihn näher an den Tabellenführer Elfyn Evans heran und sorgte für neue Spannung im Kampf um die Fahrerwertung 2026.
Für finnische Rallye-Fans hatte der Triumph eine besondere historische Bedeutung. Die Rallye Finnland gilt oft als das wichtigste Motorsport-Event des Landes, und ein Sieg auf heimischen Straßen reiht einen Fahrer in die Riege der finnischen Rallyelegenden ein. Pajari ist der jüngste Name auf dieser illustren Liste – er sicherte Finnland den 200. Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft und bescherte den heimischen Fans einen Moment, den sie so schnell nicht vergessen werden.
Die Dominanz von Toyota war ein weiteres großes Thema des Wochenendes. Der japanische Hersteller, dessen WRC-Aktivitäten von Jyväskylä aus gesteuert werden, erlebte ein Traumrennen, bei dem mehrere Fahrzeuge während der gesamten Rallye an der Spitze mitkämpften. Die Kenntnis des Geländes durch das Team, kombiniert mit der Geschwindigkeit des GR Yaris Rally1, erwies sich erneut als entscheidend auf Etappen, auf denen Engagement, Präzision und Selbstvertrauen belohnt werden.
Die Rallye selbst umfasste 20 Wertungsprüfungen über mehr als 316 Wertungskilometer auf den berühmten Schotterpisten Zentralfinnlands. Die Rallye Finnland, die sich durch blinde Kuppen und Durchschnittsgeschwindigkeiten auszeichnet, die zu den höchsten der gesamten Meisterschaft zählen, bleibt eine der technisch anspruchsvollsten Prüfungen im Kalender. Die Fahrer müssen sich voll und ganz auf ihre Streckennotizen verlassen und fahren oft mit Geschwindigkeiten von über 180 km/h über Kuppen, wobei sie nur eingeschränkte Sicht auf das haben, was vor ihnen liegt.
Während Pajari die Schlagzeilen beherrschte, verließen auch mehrere andere Teilnehmer Finnland mit Grund zum Optimismus. Solberg setzte seine beeindruckende Saison mit einem weiteren Podiumsplatz fort, während der Meisterschaftsführende Evans wertvolle Punkte sammelte, die es ihm ermöglichten, die Führung in der Gesamtwertung vor der letzten Saisonphase zu behalten. Hyundai und M-Sport hatten unterdessen Schwierigkeiten, auf den finnischen Etappen konstant mit dem Tempo von Toyota mitzuhalten.
Da die Meisterschaft nun in die Schlussphase geht, könnte die Rallye Finnland als das Event in Erinnerung bleiben, das Pajari von einem vielversprechenden jungen Talent zu einem echten Titelanwärter gemacht hat. Ein Sieg in Finnland ist für jeden Fahrer etwas Besonderes, doch dies vor heimischem Publikum bei einer Rallye mit langer Tradition zu schaffen, hebt diese Leistung auf eine ganz neue Ebene.
Der finnische Motorsport hat nun einen neuen Helden. Und angesichts seiner Leistungen in Estland und Finnland könnte Sami Pajaris Geschichte in der Rallye-Weltmeisterschaft gerade erst begonnen haben.








Follow us on social media