Der seit Jahresbeginn bis Dezember verzeichnete Rückgang der Milchpreise wird die portugiesischen Erzeuger nach einer Schätzung des portugiesischen Milchproduzentenverbands (Aprolep) rund 72 Millionen Euro kosten.

Die Lactogal angeschlossenen Genossenschaften kündigten Ende Juli eine weitere Senkung des den Erzeugern gezahlten Preises um 1,5 Cent pro Liter an, die ab dem 1. August auf dem portugiesischen Festland in Kraft treten soll, wie Executive Digest berichtet.

Auswirkungen in Höhe von 72 Millionen Euro

Auf der Insel São Miguel auf den Azoren „haben Prolacto und Insulac bereits mit Preissenkungen von zwei bzw. 1,5 Cent pro Liter reagiert und begründeten den Rückgang mit der Lage auf den nationalen und internationalen Märkten“, so Aprolep.

Nach Angaben des Verbandes bedeutet die Senkung zwischen August und Dezember für die Erzeuger 12 Millionen Euro weniger. Dies kommt zu den 60 Millionen Euro hinzu, die bereits durch die Senkung um drei Cent pro Liter im Vergleich zu 2025 für das gesamte Jahr 2026 entstanden sind, schätzt die Geschäftsführung von Aprolep in einer Stellungnahme gegenüber Lusa.

Gestiegene Kosten

Nach Angaben des Verbandes ist die Lage besonders ernst, da die Erzeuger bereits mit gestiegenen Kosten für Düngemittel, Tierfutter und Energie konfrontiert sind. Einige Erzeuger befürchten weitere Rückgänge des Milchpreises, was, sollte es dazu kommen, „absurd“ wäre, so der Verband.

Nach der Entscheidung der Genossenschaften, den an die Erzeuger gezahlten Betrag zu senken, forderte Aprolep diese auf, den Betrag im September wiederherzustellen, was jedoch nicht geschah.

Marktdruck

Die Genossenschaften begründeten die Kürzung gegenüber den Erzeugern mit den Marktbedingungen, darunter dem Preis für Milchpulver, Schwierigkeiten beim Verkauf von abgepackter Milch und aggressiven Werbepraktiken.

Die Erzeuger warten nun auf eine Stellungnahme der portugiesischen Regierung zu dem Preisverfall, den steigenden Produktionskosten, den Werbepraktiken und dem Import von französischer Milch durch Intermarché.