Unter den portugiesischen Befragten, die angaben, in einer prekären finanziellen Lage zu leben, führten 75 % ein unzureichendes Einkommen als Grund an.
Das war einer der höchsten Werte unter den zehn in der Studie berücksichtigten Ländern, hinter Rumänien mit 78 % und Frankreich mit 77 %. In ganz Europa nannten 71 % ein geringes Einkommen als Grund für ihre finanziellen Schwierigkeiten.
Unerwartete oder besonders hohe Ausgaben waren der zweithäufigste Grund, der von 32 % der Europäer mit finanziellen Schwierigkeiten genannt wurde. Es folgten Gesundheitsprobleme mit 20 %, übermäßige Verschuldung mit 18 % und der Verlust des Arbeitsplatzes mit 14 %.
Die Ergebnisse stammen aus dem aktuellen Barometer zu Armut und finanzieller Unsicherheit, das von der französischen Hilfsorganisation Secours Populaire Français in Auftrag gegeben wurde.
Arbeiten, aber dennoch in Schwierigkeiten
Einen Arbeitsplatz zu haben bedeutet nicht zwangsläufig, genug zu verdienen, um die Rechnungen zu bezahlen.
In den befragten Ländern gaben 34 % der Erwerbstätigen an, dass ihr Einkommen nicht ausreiche, um alle ihre Ausgaben zu decken.
In Portugal stieg dieser Anteil auf 42 %, was bedeutet, dass mehr als zwei von fünf befragten Arbeitnehmern angaben, ihr Einkommen reiche nicht aus, um ihren Bedarf zu decken.
Die Ergebnisse für Europa insgesamt zeigen, wie angespannt die Haushaltsbudgets mittlerweile sind. Rund 29 % der Befragten bezeichneten ihre finanzielle und materielle Situation als prekär, was bedeutet, dass eine unerwartete Ausgabe ausreichen könnte, um ihre Finanzen aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Weitere 56 % gaben an, dass sie zwar über die Runden kämen, aber auf ihre Ausgaben achten müssten. Nur 15 % hatten das Gefühl, den Alltag bewältigen zu können, ohne besonders auf ihre Ausgaben zu achten.
Diese Zahlen haben sich kaum verändert. Der Anteil derjenigen, die ihre finanzielle Lage als prekär bezeichneten, lag 2025 ebenfalls bei 29 % und 2024 bei 28 %.
Einsparungen im Alltag
Für viele Haushalte führt dieser Druck bereits dazu, dass sie ihr Verhalten ändern und auf bestimmte Dinge verzichten.
Mehr als die Hälfte der befragten Europäer gab an, dass finanzielle Schwierigkeiten sie in den vergangenen sechs Monaten zu mindestens einer Form des Verzichts gezwungen hätten.
Freizeitaktivitäten waren oft das Erste, was gestrichen wurde. Unter den Betroffenen gaben 67 % an, sich Familienausflüge oder -aktivitäten nicht leisten zu können, während 62 % darauf verzichteten, beispielsweise in Restaurants oder ins Kino zu gehen. Mehr als die Hälfte hatte ihre Reiseausgaben eingeschränkt, und 50 % hatten den Kauf neuer Kleidung aufgeschoben, selbst wenn die alte bereits abgetragen war.
Einige der Ergebnisse gingen weit über frei verfügbare Ausgaben hinaus.
Die Studie ergab, dass 41 % auf Heizung verzichtet hatten, weil sie sich diese nicht leisten konnten, 33 % sich aufgrund der Kosten gegen eine Behandlung eines Gesundheitsproblems entschieden hatten und 26 % eine Mahlzeit ausgelassen hatten, weil ihnen das Geld fehlte.
Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Menschen in Portugal hinsichtlich der unmittelbaren Zukunft weniger verunsichert fühlen als Befragte in anderen Ländern.
Ein Drittel der portugiesischen Befragten (33 %) war der Ansicht, in den kommenden Monaten einem hohen Risiko finanzieller Instabilität ausgesetzt zu sein. In allen zehn Ländern lag dieser Wert bei 43 % und stieg in Griechenland, Italien und Moldawien auf über 50 %.
Die Umfrage ergab zudem ein weit verbreitetes Gefühl, dass sich einige Grundlagen des Alltagslebens heute schwerer finanzieren lassen als noch für frühere Generationen, insbesondere Energie, ein sicherer Arbeitsplatz und angemessener Wohnraum.
Ipsos BVA führte die Untersuchung im Auftrag von Secours Populaire Français durch und befragte online 10.000 Erwachsene, wobei in jedem Land 1.000 Befragte teilnahmen. Einbezogen wurden Portugal, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, das Vereinigte Königreich, Moldawien, Rumänien und Serbien. Die Befragungen fanden zwischen dem 26. Mai und dem 6. Juli statt, wobei die Stichproben so zusammengestellt wurden, dass sie die erwachsene Bevölkerung jedes Landes repräsentieren.








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