Ihre Ankunft im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Zirkus „Víctor Hugo Cardinali“ vollendet die Umsetzung des portugiesischen Verbots von Wildtieren in Zirkussen. Das Gesetz wurde 2019 verabschiedet und trat 2024 vollständig in Kraft, doch Julie konnte erst dann den Zirkus verlassen, als ein geeigneter Ort für sie gefunden war. Mit ihrem Umzug gibt es nun in keinem portugiesischen Zirkus mehr Wildtiere.

Julie kam als junges Kalb aus dem südlichen Afrika nach Portugal und trat 1988 dem Cardinali-Zirkus bei. Nach fast vierzig Jahren wurde sie 2024, als das Verbot vollständig in Kraft trat, in den Ruhestand versetzt, und ihr letzter Gefährte starb im selben Jahr, sodass sie ganz allein zurückblieb.

„Es könnte keine passendere erste Bewohnerin geben als Portugals letzten Zirkuselefanten“, sagte Kate Moore, Geschäftsführerin von Pangea. „Schon an ihrem zweiten Tag erkundete sie ihr Gehege, und nun hat sie die Freiheit, jeden Tag genau so zu verbringen, wie sie es möchte. Pangea wurde für Elefanten wie Julie gegründet. Auch Regierungen können ihre eigenen Gesetze nicht durchsetzen, wenn sie keinen Ort haben, an den sie beschlagnahmte Tiere schicken können, und Besitzer, denen das Wohl ihrer Tiere wirklich am Herzen liegt, hatten bisher keine bessere Alternative. Unser Fokus liegt nun darauf, Julie für die vor ihr liegende Zeit die bestmögliche Lebensqualität zu bieten.“

Zwar haben viele europäische Länder Wildtiere im Zirkus verboten, doch solche Verbote lassen sich nur schwer durchsetzen, wenn es keinen Ort gibt, an den die Tiere gebracht werden können. Portugal ist insofern eine Ausnahme, als das Land nicht nur das Gesetz verabschiedet, sondern auch ein Zuhause für die letzten verbliebenen Wildtiere gefunden hat, anstatt sie einfach aussterben zu lassen.

Víctor Hugo Cardinali, Zirkusdirektor, sagte: „Julie ist seit fast vierzig Jahren Teil unserer Familie, daher war dies keine leichte Entscheidung, aber es ist die richtige für sie. Wir wünschen ihr ein glückliches Leben in ihrem neuen Zuhause.“

Pangea liegt in einem 402 Hektar großen Naturschutzgebiet zwischen Vila Viçosa und Alandroal und bietet Elefanten den Raum, die Selbstständigkeit und die Gesellschaft, die sie brauchen. Noch in diesem Jahr wird Kariba zu ihr stoßen, ein weiterer afrikanischer Elefant, der derzeit allein in einem belgischen Zoo lebt.