Im Gegensatz zu den traditionellen königlichen Residenzen, die die umliegende Region prägen, ist dieses ätherische Bauwerk eine atemberaubende architektonische Mischform, die neugotische, indische und maurische Stilelemente nahtlos zu einem stimmigen, lichtdurchfluteten Meisterwerk verschmilzt. Selbst Lord Byron lobte seine Lage in den höchsten Tönen. Obwohl er es nur als Ruine sah, bezeichnete er es als „Wohnstätte der Feen“.
Was er sah, war eine Ruine des früheren Palastes, der an der Stelle von Monserrate stand. Der Ort verwandelte sich von einer mittelalterlichen Kapelle in eine extravagante Sommerresidenz für den britischen Millionär und Sammler Francis Cook. Jeder Zentimeter des Palastes wirkt heute wie eine bewusste Herausforderung an die schwere, von Stein geprägte Geschichte der älteren Denkmäler der Stadt. Jenseits der Mauern entführen die umliegenden botanischen Gärten – die wohl vielfältigsten in Portugal – die Besucher auf eine Reise über Kontinente hinweg: mit üppigen Farn-Tälern, einer Vielzahl von Kakteen und anderen Bäumen aus aller Welt, die im einzigartigen Mikroklima von Sintra gedeihen.
Wer heute durch diese gewölbten, miteinander verbundenen Galerien schlendert, taucht in eine wunderschön kuratierte Welt globaler Faszination und ästhetischer Freiheit ein, in der die Grenze zwischen exotischem botanischem Refugium und von Menschenhand geschaffenem Palast vollständig verschmilzt. Es gibt auch eine lokale Legende, die besagt, dass der Palast auf dem Grab eines Tempelritters errichtet wurde, der bei der Belagerung gegen die Mauren half. Allerdings ist insbesondere in Sintra die Grenze zwischen Geschichte und Realität oft sehr schmal.

Follow us on social media