Im Jahr 2011 benötigte Portugal ein internationales Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro, da die europäische Staatsschuldenkrise das Land in eine finanzielle Krise stürzte. Heute stuft Fitch Portugals Staatsrating mit „A+“ ein – das ist die höchste Bewertung der Agentur seit 15 Jahren.

Für Investoren ist dieser Wandel von großer Bedeutung. Ein besseres Länderrating ist nicht nur ein Maß dafür, wie die Märkte die Staatsverschuldung einschätzen. Es kann sich auf die Kreditkosten, das internationale Vertrauen und letztlich auf die Bereitschaft von Unternehmen und institutionellen Anlegern auswirken, langfristiges Kapital in einem Land anzulegen.

Die Zahlen hinter der Heraufstufung helfen, diesen Wandel zu erklären. Fitch geht davon aus, dass die Staatsverschuldung Portugals von 89,7 % des BIP im Jahr 2025 auf etwa 83 % bis 2028 sinken wird. Die Agentur verwies zudem auf die Haushaltsdisziplin, Leistungsbilanzüberschüsse und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber externen Schocks.

Aus Anlegersicht kann die Richtung genauso wichtig sein wie der Ausgangspunkt.

Portugal bewegt sich in eine interessante Richtung.

Das Land zieht gleichzeitig Investitionen in den Bereichen Gastgewerbe, erneuerbare Energien, Rechenzentren, verarbeitendes Gewerbe, Verkehr, Häfen und Technologie an. Vor dem Hintergrund eines sich verbessernden Kreditprofils des Staates erzählen diese Investitionen eine viel umfassendere Geschichte über die portugiesische Wirtschaft.

Genau hier werden die nachgelagerten Investitionsmöglichkeiten besonders interessant.

Wenn ein Unternehmen ein Rechenzentrum errichtet, beschränken sich die wirtschaftlichen Auswirkungen nicht auf das Rechenzentrum selbst. Es entsteht eine Nachfrage nach Strom, Bauleistungen, Kühlsystemen, Glasfaseranschlüssen und technischen Dienstleistungen.

Das gleiche Prinzip gilt auch in anderen Bereichen. Ein neues Hotel benötigt Zulieferer, Mitarbeiter, Transportmöglichkeiten und Technologie. Der Ausbau von Häfen erfordert Schieneninfrastruktur, Automatisierung, Energie und Logistik. Neue Produktionsstätten schaffen Chancen für Ingenieurbüros, Industriezulieferer und Transportunternehmen.

Portugal ist nicht mehr nur eine europäische Erholungsgeschichte

Portugal wurde international einst vor allem durch Tourismus, Wohnimmobilien und Lifestyle wahrgenommen. Diese Bereiche sind nach wie vor wichtige Bestandteile der Wirtschaft, doch die Investitionslandschaft wird zunehmend vielfältiger.

Die Frage, die sich Investoren nun stellen können, lautet nicht mehr nur, ob Portugal selbst ein attraktives Investitionsziel ist – sondern welche Unternehmen und Branchen davon profitieren werden, wenn mehr Kapital ins Land fließt und Portugal die nächste Generation seiner Wirtschaft aufbaut.

Nicht jede Investition wird erfolgreich sein, und ein A+-Rating allein macht Portugal nicht immun gegen Konjunkturzyklen. Doch der Weg von einem internationalen Rettungspaket zu einem A+-Länderrating innerhalb von 15 Jahren stellt eine erhebliche Veränderung in der Positionierung des Landes dar.