Der von André Ventura eingebrachte Antrag wurde von der PSD, der CDS-PP, der Iniciativa Liberal, der PAN und der Livre abgelehnt. Die PS, die PCP, der Bloco de Esquerda und die JPP enthielten sich der Stimme. Nur die Abgeordneten von Chega stimmten dafür.

Nach Abschluss der Debatte wies André Ventura Berichten zufolge die Auffassung zurück, dass die Ablehnung des Misstrauensantrags bedeute, dass die Regierung von Luís Montenegro oder gar das Amt von Luís Neves als Minister für innere Verwaltung von den gewählten Abgeordneten als legitim angesehen worden seien.

André Ventura fordert weiterhin den Rücktritt von Luís Neves und soll die im Parlament vertretenen Parteien dafür kritisiert haben, dass sie sich der Stimme enthalten oder gegen den Misstrauensantrag gestimmt haben, obwohl sie sich darauf geeinigt hatten, dass Luís Neves die Regierung verlassen müsse.

José Luís Carneiro, Generalsekretär der PS, erklärte, die Sozialisten hätten beschlossen, den Misstrauensantrag nicht zu unterstützen, um zu verhindern, dass das portugiesische Volk bei Neuwahlen an die Urnen gehen müsse, und machte dabei deutlich, dass weder André Ventura noch Chega die Sozialistische Partei einschüchtern könnten.

Vertrauen in den Minister

Obwohl der Misstrauensantrag aufgrund von Kontroversen um Luís Neves eingereicht wurde, bekräftigt der Ministerpräsident sein Vertrauen in den Minister für Innere Verwaltung, dessen Arbeit er als ausgezeichnet bezeichnete, und fügte hinzu, dass er Luís Neves für die ihm übertragenen Aufgaben für kompetent halte.

„Alle Mitglieder der Regierung sind in der Regierung, weil sie vom Ministerpräsidenten ausgewählt wurden und das volle Vertrauen des Ministerpräsidenten genießen“, erklärte Luís Montenegro einleitend. „Der Minister für innere Verwaltung hat Eignung, Kompetenz und die Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich der Herausforderung zu stellen, sicherzustellen, dass wir eines der sichersten Länder der Welt bleiben, insbesondere was die operative Leistungsfähigkeit angeht“, versicherte er.

Luís Montenegro betonte zudem, dass Luís Neves im Rahmen seines Zuständigkeitsbereichs der Katastrophenprävention „alle Mechanismen der Brandbekämpfung auf absolut vorbildliche Weise koordiniert hat“.