Wie die Bison Bank mitteilte, hat das Institut die erforderliche behördliche Genehmigung erhalten, um Krypto-Asset-Dienstleistungen direkt im Rahmen der MiCA-Verordnung anzubieten, und gehört damit nun zu einer ausgewählten Gruppe von rund 30 Bankinstituten in der Europäischen Union, die eine entsprechende Zulassung erhalten haben.

Dieser Schritt folgt auf die Integration von Bison Digital Assets (BDA), der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Bank, in den Geschäftsbetrieb der Bison Bank. Die Tochtergesellschaft BDA wurde 2022 nach Erhalt der Genehmigung durch die Bank von Portugal als erster bankeneigener Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte (VASP) des Landes gegründet, wodurch sich das Kreditinstitut als einer der ersten Akteure auf dem regulierten Markt für digitale Vermögenswerte in Portugal positionierte.

Regulatorischer Rahmen

Der Übergang zum CASP-Status ermöglicht es der Bank, Verwahrungs-, Handels- und Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets innerhalb eines harmonisierten europäischen Rechtsrahmens anzubieten. Das durch die MiCA-Verordnung der EU eingeführte Regelwerk zielt darauf ab, gemeinsame Regeln für Emittenten und Dienstleister von Krypto-Assets in allen Mitgliedstaaten festzulegen und gleichzeitig den Anlegerschutz, die Markttransparenz und die Finanzstabilität zu stärken.

António Henriques, Vorstandsvorsitzender der Bison Bank, erklärte, die jüngste Entwicklung stelle die nächste Etappe in der langfristigen Strategie der Bank dar, digitale Vermögenswerte in das Mainstream-Bankwesen zu integrieren. „Wir haben bereits vor einigen Jahren erkannt, dass digitale Vermögenswerte Teil der zukünftigen Finanzlandschaft werden würden“, erklärte er. „Da MiCA nun einen klaren regulatorischen Rahmen in ganz Europa bietet, ist die direkte Integration dieser Dienstleistungen in die Bank der nächste logische Schritt.“

Die Bank erklärte, dass die Kombination ihres Bankgeschäfts mit ihrem Geschäft mit digitalen Vermögenswerten es Kunden ermöglichen wird, regulierte kryptobezogene Dienstleistungen über eine einzige Institution in Anspruch zu nehmen, die nach den für Banken geltenden Standards in Bezug auf Compliance, Governance und Risikomanagement arbeitet.

Diese Integration unterstützt zudem die umfassendere Blockchain-Strategie der Bison Bank, einschließlich des Ausbaus tokenisierter Finanzprodukte. Anfang dieses Jahres führte die Bank ihre E-Geld-Token „EUB“ und „USB“ ein und entwickelte gleichzeitig Tokenisierungslösungen, die an reale Vermögenswerte (RWAs) gekoppelt sind – ein Bereich, der in der digitalen Finanzwelt voraussichtlich eine immer wichtigere Rolle spielen wird.

Nach Angaben der Bank betreute Bison Digital Assets im Jahr 2025 rund 275 Kunden und verzeichnete vor der Integration in die Muttergesellschaft ein Handelsvolumen von etwa 165 Millionen Euro.

Lizenzierungssysteme

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Finanzinstitute in ganz Europa weiterhin an die MiCA-Verordnung anpassen, die nach ihrer schrittweisen Umsetzung durch die Europäische Union nun für Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen in vollem Umfang gilt.

Diese Verordnung ersetzt fragmentierte Lizenzierungssysteme durch einen einheitlichen Rechtsrahmen, der es zugelassenen Unternehmen ermöglichen soll, ihre Dienstleistungen unionsweit anzubieten.

Darüber hinaus haben sich die portugiesischen Aufsichtsbehörden schrittweise an das neue Regelwerk angepasst. Die Bank von Portugal überwacht weiterhin die Einhaltung der Geldwäschebekämpfungsvorschriften für bestimmte Aktivitäten im Bereich der Krypto-Assets, während die portugiesische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (CMVM) ebenfalls Aufgaben im Rahmen der MiCA-Regelung übernommen hat, was das gemeinsame Aufsichtsmodell der EU widerspiegelt.

Finanzielle Entwicklung

Die Expansion der Bison Bank in den Bereich regulierter Kryptodienstleistungen geht zudem mit einer starken finanziellen Entwicklung einher.

Das Kreditinstitut meldete für das Jahr 2025 einen wiederkehrenden Nettogewinn von 5 Millionen Euro – eine Verdopplung des Vorjahresergebnisses – und verzeichnete gleichzeitig eine Kernkapitalquote (CET1) von 38,5 Prozent, womit es zu den am besten kapitalisierten Banken Europas zählt.

Auch ihre Strategie im Bereich digitaler Vermögenswerte hat internationale Anerkennung gefunden, da die Bison Bank kürzlich bei den „Euromoney Global Private Banking Awards 2026“ die Auszeichnung „Portugal’s Best for Digital Assets“ erhielt, was ihre wachsende Präsenz im regulierten Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen unterstreicht.