In Erklärungen gegenüber der Presse am Ende eines Treffens bezeichnete Paulo Rangel den Besuch des palästinensischen Ministers für auswärtige Angelegenheiten und Auswanderer, Varsen Shahin, in Lissabon als „historischen Moment“, da es sich um den ersten Besuch seit der Anerkennung Palästinas durch den portugiesischen Staat am 21. September des vergangenen Jahres handelte.

Während des bilateralen Treffens vereinbarten die beiden Minister, „eine gemeinsame Kommission einzurichten, die die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen vertiefen kann“, sagte er.

Varsen Shahin und Paulo Rangel unterzeichneten zwei Absichtserklärungen über regelmäßige politische Konsultationen zwischen den beiden Staaten sowie über die Ausbildung und den Informationsaustausch für Diplomaten beider Länder.

Der palästinensische Minister begrüßte seinerseits die Unterzeichnung dieser Absichtserklärungen.

„Sie werden unsere politischen Konsultationen und unsere Zusammenarbeit im Bereich der diplomatischen Ausbildung stärken. Dies sind bedeutende, nicht nur symbolische Schritte, die unsere Institutionen einander näherbringen und neue Wege für eine praktische Zusammenarbeit eröffnen werden“, betonte er.

Rangel kündigte an, dass Portugal 250.000 Euro für den „Horizon Fund“ bereitstellen werde, eine im Juli von den Vereinten Nationen und der Palästinensischen Autonomiebehörde (die im Westjordanland regiert) ins Leben gerufene Crowdfunding-Plattform für den Wiederaufbau der besetzten palästinensischen Gebiete, wobei der Schwerpunkt nach dem im Oktober 2025 unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen auf dem Gazastreifen liegen soll.

In den letzten drei Jahren hat Portugal die humanitäre Hilfe im Gazastreifen und im Westjordanland mit rund 24 Millionen Euro unterstützt und 17 Millionen Euro für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) bereitgestellt, dessen Handlungsspielraum in Gaza und im Westjordanland durch Israel stark eingeschränkt ist.

Rangel nutzte die Gelegenheit, um bekannt zu geben, dass sich die beiden palästinensischen Kinder, die im August zur medizinischen Behandlung und zur Versorgung mit Prothesen nach Portugal gekommen waren – beide hatten eine Beinamputation hinter sich –, „sehr gut erholen“.

„Eine sehr positive Nachricht“, betonte er, „als Symbol dafür, wie wir uns die Zukunft für das gesamte palästinensische Volk und natürlich auch für das israelische Volk erhoffen, denn eine Zwei-Staaten-Lösung ist die einzige Lösung, die nicht nur das friedliche Zusammenleben beider Völker, sondern auch den Wohlstand beider Völker garantiert.“