Im März und April wurden insgesamt 205 Anträge eingereicht, was einem Anstieg von 189 % gegenüber den beiden gleichen Monaten im Jahr 2025 entspricht, in denen 71 Anträge verzeichnet wurden.
Zahlen des Instituts für Register und Notare (IRN), über die CNN Portugal berichtete, zeigen, dass nur 13 der in diesen beiden Monaten eingereichten Anträge von Jugendlichen im Alter von 16 oder 17 Jahren stammten.
Der Anstieg ist auch über das gesamte erste Halbjahr hinweg zu beobachten. Zwischen Januar und Juni 2026 gingen beim IRN 378 Anträge ein, gegenüber 269 im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 – ein Anstieg um 40,5 %.
Die in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete Zahl entspricht bereits rund 68 % aller 555 Änderungen, die im gesamten Jahr 2025 registriert wurden.
Der stärkste Anstieg fiel mit politischen Diskussionen über mögliche Änderungen des geltenden Gesetzes zusammen.
Chega legte im Januar einen Vorschlag vor, der das 2018 eingeführte System der Selbstbestimmung des Geschlechts aufheben würde. Außerdem würde er von Antragstellern verlangen, ein Gutachten vorzulegen, das die Diagnose einer Geschlechtsidentitätsstörung bestätigt. Der Vorschlag wurde in einem Fachgutachten der Portugiesischen Ärztekammer kritisiert.
PSD und CDS-PP legten im März eigene Vorschläge vor, wodurch die Möglichkeit einer parlamentarischen Mehrheit für eine Änderung der bestehenden Regelungen entstand. Die Gesetzentwürfe wurden noch im selben Monat in erster Lesung angenommen.
Die meisten Anträge, die in der ersten Hälfte des Jahres 2026 eingereicht wurden, betrafen eine Änderung von weiblich zu männlich. Es gab 206 Anträge auf Eintragung als Mann und 172 auf Eintragung als Frau.
Trotz des allgemeinen Anstiegs ging die Zahl der Anträge von Minderjährigen leicht zurück. Zwischen Januar und Juni wurden 28 Anträge von Personen unter 18 Jahren gestellt, verglichen mit 31 im gleichen Zeitraum des Vorjahres – ein Rückgang um 9,7 %.
Nach geltendem Recht können Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren ihren eingetragenen Namen und ihr Geschlecht mit Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter und einer Bescheinigung eines Arztes oder Psychologen ändern. Die im Parlament diskutierten Vorschläge würden diese Möglichkeit abschaffen.
Die geplante Gesetzesänderung hat zu politischen Meinungsverschiedenheiten und Kritik seitens von Menschenrechtsorganisationen geführt. Die portugiesische Regierung hat zudem bestätigt, dass vor der Vorlage der Vorschläge keine Folgenabschätzung zum derzeitigen System durchgeführt wurde.







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