Das Forschungsumfeld im Bereich der Neurowissenschaften in Portugal
Portugals Forschungsökosystem im Bereich der Neurowissenschaften hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich weiterentwickelt, unterstützt durch nachhaltige Investitionen in die biomedizinische Infrastruktur und die Teilnahme an europäischen Forschungsnetzwerken. Das Land beherbergt mehrere Exzellenzzentren, darunter das Institut für Forschung und Innovation im Gesundheitswesen (i3S) an der Universität Porto, das Institut für Biomedizinische Wissenschaften Abel Salazar (ICBAS) und das Champalimaud-Institut für Neurowissenschaftliche Forschung (CIN) in Lissabon. Diese Einrichtungen haben Fachkompetenzen entwickelt, die von der molekularen Neurowissenschaft und Neurodegeneration bis hin zur Neurobildgebung und computergestützten Neurowissenschaft reichen.
Portugal beteiligt sich aktiv an europäischen Initiativen im Bereich der Neurowissenschaften. Das Land leistet einen Beitrag zum Gemeinsamen Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (JPND), der weltweit größten Forschungsinitiative zur Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen, an der 30 Länder beteiligt sind, die ihre nationalen Prioritäten in der Hirnforschung aufeinander abstimmen.
Darüber hinaus beteiligt sich Portugal an ERA-NET NEURON, einer Partnerschaft zur Förderung der Grundlagen-, klinischen und translationalen Forschung im Bereich der krankheitsbezogenen Neurowissenschaften. Dieses Netzwerk verbindet Förderorganisationen und Ministerien in ganz Europa und ermöglicht koordinierte Ausschreibungen sowie die gemeinsame Finanzierung multinationaler Projekte.
Die Europäische Partnerschaft für Gehirngesundheit, die 2026 mit einem Zeithorizont von zehn Jahren (2026–2036) ins Leben gerufen wurde, stellt eine weitere bedeutende Chance dar. Diese von der EU unterstützte Partnerschaft zielt darauf ab, Forschung und Innovation im Bereich der Gehirngesundheit voranzutreiben, wobei neurologische und psychische Erkrankungen abgedeckt werden und innovative Präventions-, Diagnose- und Therapiestrategien in den EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern entwickelt werden sollen.
Klinische Studien in Portugal
Portugal hat sich zu einem attraktiven Standort für klinische Studien zu neurologischen Erkrankungen entwickelt. Der Rechtsrahmen des Landes für klinische Studien wurde an EU-Standards angeglichen, und INFARMED hat vereinfachte Verfahren für die Genehmigung von Studien eingeführt. Das portugiesische Nationale Register für klinische Studien (RNEC) bietet eine elektronische Plattform zur Veröffentlichung der in Portugal genehmigten klinischen Studien.
Seit März 2025 bietet die interaktive Karte des Informationssystems für klinische Studien (CTIS) in mehreren Sprachen Echtzeit-Zugriff auf Informationen zu klinischen Studien, die in Portugal und der EU durchgeführt werden, wodurch die Sichtbarkeit für potenzielle Teilnehmer verbessert und die Zusammenarbeit zwischen Forschern erleichtert wird.
Besonders rege ist die Aktivität im Bereich klinischer Studien zu neurologischen Erkrankungen. In mehreren Phase-III-Studien werden Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen rekrutiert, darunter Studien zu generalisierter Myasthenia gravis und chronisch-entzündlicher demyelinisierender Polyneuropathie (CIDP), die an großen Krankenhäusern wie dem Hospital Garcia de Orta (Almada), dem Centro Hospitalar do Porto, dem Hospital de São João (Lissabon) und dem Hospital de Braga durchgeführt werden.
In der Alzheimer-Forschung hat Portugal an internationalen multizentrischen Studien teilgenommen.
Strategische Schwerpunkte der NeuroResearch Foundation in Portugal
Die NeuroResearch Foundation widmet sich ausschließlich der Erforschung neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, ALS und anderer Erkrankungen des Nervensystems. Die strategischen Schwerpunkte der Stiftung in Portugal stehen im Einklang mit ihrem Auftrag, innovative Therapien voranzutreiben und die Behandlungsergebnisse für Patienten in ganz Europa zu verbessern.
Unterstützung von Patientenverbänden: Die Stiftung unterstützt Patientenverbände in ganz Europa, darunter auch solche, die sich auf seltene Krankheiten in Spanien und Portugal konzentrieren. Diese Partnerschaften stellen sicher, dass die Perspektiven der Patienten in die Forschungsagenden einfließen, erleichtern die Rekrutierung von Patienten für klinische Studien und setzen sich für politische Maßnahmen ein, die den Zugang zu innovativen Therapien verbessern.
Förderung gemeinsamer Forschung: Die Stiftung setzt sich für politische Maßnahmen ein, die den Zugang zu innovativen Therapien erleichtern und die Forschung beschleunigen. In Portugal umfasst dies die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Gesundheitsdienstleistern und Aufsichtsbehörden, um gemeinsame Projekte zu identifizieren, die europäische Fördermechanismen wie „Horizon Europe“, JPND und ERA-NET NEURON nutzen.
Erleichterung der Teilnahme an klinischen Studien: In Zusammenarbeit mit Patientenverbänden und Forschungszentren schärft die Stiftung das Bewusstsein von Patienten und medizinischem Fachpersonal in Portugal für Möglichkeiten zur Teilnahme an klinischen Studien und verbreitet Informationen über die RNEC-Plattform, die interaktive CTIS-Karte sowie durch direkte Kontaktaufnahme.
Förderung der translationalen Forschung: Die Stiftung begrüßt Kooperationen im Zusammenhang mit ECS-Systemen (European Clinical Sites) und der „Neuro-Connectors“-Forschung, die eine Brücke zwischen grundlegenden Erkenntnissen der Neurowissenschaften und klinischen Anwendungen schlagen. In Portugal könnte dies Projekte unterstützen, die präklinische Modelle, die Entwicklung von Biomarkern und klinische Studien in frühen Phasen integrieren.
Möglichkeiten zur Zusammenarbeit
Gemeinsame Förderanträge: Portugiesische Forscher sind berechtigt, an Ausschreibungen im Rahmen von „Horizon Europe“ teilzunehmen, darunter die „European Partnership for Brain Health“, die bis zu 150 Millionen Euro für Kooperationsaktivitäten bereitstellt. Die Stiftung kann den Aufbau von Konsortien erleichtern, indem sie portugiesische Einrichtungen mit internationalen Partnern vernetzt.
Netzwerke für klinische Studien: Die Stiftung kann Netzwerke für klinische Studien in Portugal unterstützen, die sich auf Alzheimer, Parkinson, ALS und seltene neuromuskuläre Erkrankungen konzentrieren, Protokolle standardisieren, bewährte Verfahren austauschen und die Patientenrekrutierung über verschiedene Zentren hinweg erleichtern.
Initiativen zur Einbindung von Patienten: In Zusammenarbeit mit portugiesischen Patientenverbänden kann die Stiftung Aufklärungsmaterialien entwickeln, Webinare veranstalten und Veranstaltungen organisieren, um Patienten über Forschungsmöglichkeiten, klinische Studien und neue Behandlungsmethoden zu informieren.
Politische Interessenvertretung: Die Stiftung kann sich für politische Maßnahmen einsetzen, die die Genehmigung klinischer Studien vereinfachen, den Datenaustausch verbessern und den Zugang zu innovativen Therapien erleichtern, und dabei mit INFARMED, dem Gesundheitsministerium und europäischen Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten.
Herausforderungen und Überlegungen
Nachhaltigkeit der Finanzierung: Obwohl europäische Fördermittel eine erhebliche Unterstützung darstellen, erfordert die langfristige Nachhaltigkeit nationale Investitionen und das Engagement des privaten Sektors. Die Stiftung kann Ressourcen mobilisieren, indem sie Forscher mit philanthropischen Spendern, Risikokapitalgebern und Partnern aus der Industrie zusammenbringt.
Harmonisierung der Vorschriften: Zwar hat Portugal die Vorschriften für klinische Studien an die EU-Standards angepasst, doch würde eine weitere Harmonisierung zwischen den europäischen Ländern multinationale Studien erleichtern. Die Stiftung kann sich für vereinfachte Verfahren und die gegenseitige Anerkennung ethischer Genehmigungen einsetzen.
Patientenrekrutierung: Trotz der wachsenden Kapazitäten in Portugal bleibt die Patientenrekrutierung für Studien zu seltenen Krankheiten eine Herausforderung. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Patientenverbänden, Forschungszentren und der Stiftung kann die Rekrutierungsraten verbessern.
Datenintegration: Die Integration von klinischen, genomischen und bildgebenden Daten über Forschungszentren hinweg ist für die Präzisionsmedizin in den Neurowissenschaften unerlässlich. Die Stiftung kann Plattformen und Standards für den Datenaustausch unterstützen, die eine institutionsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen.
Fazit
Portugals Forschungsökosystem im Bereich der Neurowissenschaften bietet einen fruchtbaren Boden für den Fortschritt beim Verständnis und bei der Behandlung neurologischer Erkrankungen. Durch strategisches Engagement kann die NeuroResearch Foundation gemeinsame Forschungsprojekte fördern, Patientenverbände unterstützen und sich für politische Maßnahmen einsetzen, die Innovationen beschleunigen. Durch die Nutzung europäischer Fördermechanismen, Netzwerke für klinische Studien und Initiativen zur Einbindung von Patienten kann die Stiftung dazu beitragen, Portugal als führende Kraft in der neurowissenschaftlichen Forschung zu positionieren und die Behandlungsergebnisse für Patienten in ganz Europa zu verbessern.
Jetzt ist es an der Zeit zu handeln. Da die Europäische Partnerschaft für Gehirngesundheit, JPND und ERA-NET NEURON Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit bieten, hat die NeuroResearch Foundation die einmalige Gelegenheit, die Zukunft der neurowissenschaftlichen Forschung in Portugal und darüber hinaus mitzugestalten.








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