Nicht alle Minister, die in den letzten fünf Jahrzehnten in portugiesischen Regierungen tätig waren, verfügten über Berufserfahrung in den Bereichen, für die sie zuständig waren, berichtet CNN Portugal.

Dies geht aus einer am 14. September veröffentlichten Studie der Francisco-Manuel-dos-Santos-Stiftung (FFMS) hervor, in der die beruflichen Werdegänge der 507 seit 1976 ernannten Minister analysiert wurden.

Berufserfahrung

Die von António Costa Pinto und Marcelo Camerlo koordinierte Studie kommt zu dem Schluss, dass 43,4 Prozent der Regierungsmitglieder über einen beruflichen Hintergrund verfügten, der in engem Zusammenhang mit den ihnen übertragenen Aufgaben stand.

34 Prozent wurden so eingestuft, dass sie über gewisse Erfahrungen in dem jeweiligen Bereich verfügten oder zuvor relevante Positionen bekleidet hatten, wenn auch nicht auf höchster Ebene.

113 Minister, das sind 22 Prozent der Gesamtzahl, traten ihr Amt an, ohne über berufliche Erfahrung zu verfügen, die als relevant für die ihnen anvertrauten Aufgaben angesehen werden konnte.

Daten aus fünfzig Jahren

Die Daten der letzten fünfzig Jahre deuten auf einen Wandel hin, der durch eine zunehmende Tendenz zur Auswahl von Ministern mit hochrelevanter beruflicher Erfahrung in ihren jeweiligen Fachgebieten gekennzeichnet ist.

Die zweite Regierung unter Pedro Passos Coelho zeichnete sich durch den höchsten Anteil an Ministern aus, deren beruflicher Hintergrund als mit den ihnen übertragenen Aufgaben vereinbar angesehen wurde.

Die Regierung war weniger als einen Monat im Amt, bevor sie der sogenannten „Geringonça“ (Linkskoalition) Platz machte.

Die Regierung von Alfredo Nobre da Costa im Jahr 1978 wies die höchste Anzahl an Ministern auf, die über keine einschlägige Erfahrung in den von ihnen betreuten Bereichen verfügten. Diese Regierung wurde auf Initiative des damaligen Präsidenten Ramalho Eanes gebildet und blieb knapp drei Monate im Amt.