Der Büromarkt in Porto gewinnt weiter an Dynamik und verzeichnete sein stärkstes erstes Halbjahr seit 2024, obwohl die Aktivität weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt lag.
Savills Portugal gibt bekannt, dass Unternehmen und Organisationen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 in der Stadt 19.516 Quadratmeter Bürofläche bezogen haben, was einem Anstieg von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Im zweiten Quartal entfielen 12.366 Quadratmeter auf diese Fläche, was einem Anstieg von 89 Prozent im Jahresvergleich entspricht.
Diese Zahlen stammen aus dem „Office Market Spotlight H1 2026“ von Savills Portugal.
Trotz des starken Anstiegs im Jahresvergleich lagen die Zahlen für Porto im ersten Halbjahr immer noch 9 Prozent unter dem Durchschnitt der ersten Halbjahre der letzten fünf Jahre.
Die größte Einzeltransaktion betraf den portugiesischen Nationalen Gesundheitsdienst (SNS), der 6.149 m² bezog, wobei öffentliche und institutionelle Organisationen mit 7.128 m² bzw. 37 Prozent der Gesamtfläche die größte Nachfragequelle darstellten, gefolgt von Technologie- und Versorgungsunternehmen, die insgesamt 29 Prozent ausmachten, während die Aktivität in diesem Sektor im Jahresvergleich um 66 Prozent zunahm.
Aktive Sektoren
Lissabon ist hinsichtlich der Büroaktivitäten nach wie vor deutlich größer: Im ersten Halbjahr wurden dort 66.906 Quadratmeter vermietet, was dennoch einem Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 entspricht.
Die Hauptstadt zeigte im ersten Quartal zunächst Anzeichen einer Erholung, doch die schwächere Aktivität zwischen April und Juni drückte das Gesamtergebnis für das Halbjahr in den negativen Bereich.
Die Anzahl der Transaktionen stieg dennoch um 11 Prozent auf 80 Geschäfte, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage trotz des Rückgangs der vermieteten Fläche nicht verschwunden ist.
Die Sektoren Technologie und Versorgungsunternehmen waren in Lissabon am aktivsten und machten mit 25.223 m² 38 Prozent der Gesamtvermietungsfläche aus.
Zudem gab es einen deutlichen Anstieg bei Unternehmen, die innerhalb ihrer bestehenden Büroräume expandierten: Erweiterungsgeschäfte machten 2026 43 Prozent der Aktivitäten aus, verglichen mit nur 13 Prozent im Jahr 2025.
Savills erklärte, dies deute sowohl darauf hin, dass sich Unternehmen dafür entscheiden, innerhalb der bereits von ihnen genutzten Gebäude zu wachsen, als auch auf einen Mangel an hochwertigem Büroangebot, da mehr als die Hälfte der Flächen, die im Rahmen der für 2026–27 geplanten Bauprojekte auf den Markt kommen sollen, bereits vorab gesichert seien.
Spitzenmieten
Während sich die Büroflächennachfrage abschwächte, stiegen die Spitzenmieten in Lissabon im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 30 € pro m² pro Monat.
In Porto blieben die Mieten in allen sieben Büro-Teilmärkten stabil, da die Spitzenmieten im zentralen Geschäftsviertel (CBD) in Boavista unverändert bei 21 € pro m² pro Monat blieben – genau wie im ersten Halbjahr 2025.
Die begrenzte Verfügbarkeit hochwertiger Flächen dürfte weiterhin ein entscheidender Faktor sein, der beide Märkte beeinflusst.
In Lissabon wird das geplante EntreCampos-Projekt, das 2028 fertiggestellt werden soll, voraussichtlich mehr als 100.000 m² erstklassige Bürofläche schaffen und könnte das Prime-CBD der Hauptstadt erheblich umgestalten.
Weitere Flächen geplant
Auch Porto wird zusätzliches Angebot erhalten.
Savills rechnet damit, dass bis Ende 2026 46.377 m² neue Büro -Flächen auf den Markt kommen werden, von denen bereits rund 44 Prozent vorvermietet sind.
In den folgenden zwei Jahren sollen im Rahmen von fünf Projekten weitere 51.000 Quadratmeter fertiggestellt werden.
Frederico Leitão de Sousa, Leiter des Bürobereichs bei Savills Portugal, sagte, die Zahlen zeigten, dass die Nachfrage nach Büroflächen in beiden portugiesischen Städten weiterhin hoch sei, auch wenn die Märkte in unterschiedlichem Umfang agierten.
Er erklärte, der Anstieg der Transaktionen und der wachsende Anteil von Expansionsgeschäften in Lissabon deuteten darauf hin, dass sich Unternehmen weiterhin an Standorten engagieren, an denen sie bereits tätig sind.
Der Anstieg der Vermietungsleistung in Porto um 80 Prozent unterstreicht hingegen die wachsende Bedeutung der Stadt als alternativer Büromarkt, der insbesondere von der Nachfrage öffentlicher und institutioneller Akteure angetrieben wird.
Laut Leitão de Sousa ist der Mangel an hochwertigen Büroflächen der gemeinsame Faktor, der beide Märkte beeinträchtigt, und dürfte die Aktivität in den kommenden Quartalen weiterhin einschränken.









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