Der Vorfall ereignete sich am 10. Juli, als bei einer Boeing 737 auf dem Flug von Thessaloniki nach Memmingen Trümmerteile, die durch einen Defekt am Rotorblatt des rechten Triebwerks entstanden waren, die Triebwerksverkleidung durchschlugen und das Fenster neben dem Sitz des 61-jährigen Ljubisa Karovic zerschmetterten.

Während der vorläufige Bericht der National Transportation Safety Board (NTSB) besagt, dass der Passagier im Fensterrahmen stecken blieb – Zeugen berichten, dass andere Personen ihm helfen mussten, ihn zurück ins Flugzeug zu ziehen –, beharrt der Chef der Fluggesellschaft darauf, dass kein Körperteil des Passagiers über den Rumpf hinausragte, obwohl er einräumt, dass der Mann heftig gegen die Flugzeugstruktur geschleudert wurde.

Die öffentlichen Äußerungen von O’Leary anlässlich der Vorstellung der Finanzergebnisse des Unternehmens haben zu einer weiteren Auseinandersetzung mit den US-Luftfahrtbehörden geführt, die den Geschäftsführer darauf hingewiesen haben, dass er gegen die internationalen Untersuchungsvorschriften gemäß Anhang 13 der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) verstößt.

Da er als technischer Berater bei den von den griechischen Behörden durchgeführten Ermittlungen fungiert, ist es der Fluggesellschaft nicht gestattet, Daten zu veröffentlichen oder eindeutige Aussagen zu treffen, ohne zuvor die Genehmigung der NTSB einzuholen. Diese offizielle Rüge erfolgte, nachdem der Geschäftsführer zuvor erklärt hatte, der Triebwerksausfall sei durch einen Vogelschlag verursacht worden – eine Theorie, die der NTSB-Bericht später durch den Nachweis organischer Rückstände bestätigte.

Die Untersuchung ergab zudem, dass das Flugzeug, das seit 18 Jahren im Einsatz war, zwar alle erforderlichen Wartungs- und Ultraschallprüfungsverfahren durchlaufen hatte, jedoch noch nicht die mechanische Nachrüstung erhalten hatte, die gemäß einer im März 2025 veröffentlichten Richtlinie der Federal Aviation Administration (FAA) vorgeschrieben war.

Diese Richtlinie basiert auf Empfehlungen, die nach dem tödlichen Unfall der Southwest Airlines im Jahr 2018 ausgesprochen wurden, und soll den Rumpf vor Schäden durch Trümmerteile von Triebwerksschaufeln schützen; als Frist für die Fertigstellung der Umrüstungen der gesamten Flotte gilt der Juli 2028.