Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho verteidigte am Mittwoch im Parlament den Kurs Portugals, während Autofahrer weiterhin mit hohen Preisen an den Tankstellen konfrontiert sind.
Auf die Frage, warum Portugal nicht dem Beispiel seines Nachbarn folge, erklärte Carvalho, die beiden Länder hätten unterschiedliche Entscheidungen in Bezug auf die Besteuerung getroffen.
Sie argumentierte, dass Kraftstoffsteuern eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Dienstleistungen wie dem Nationalen Gesundheitsdienst (SNS) und dem Bildungswesen spielen, genau wie andere Steuern, darunter die Einkommensteuer (IRS), die Körperschaftsteuer (IRC) und die Grundsteuer (IMI).
Die Haltung der Regierung bedeutet nicht, dass es derzeit keine Steuererleichterungen für Benzin und Diesel gibt.
Portugal gewährt bereits einen außerordentlichen Rabatt über die Steuer auf Erdölprodukte (ISP), der nach Angaben der Regierung bei Benzin und Diesel jeweils rund 23 Cent pro Liter einschließlich Mehrwertsteuer beträgt.
Portugal wählt einen anderen Weg
Carvalho erklärte, die Regierung wolle lieber direkte Steuern wie die Einkommensteuer senken und gleichzeitig zusätzliche Unterstützung gezielt den Menschen und Branchen zukommen lassen, die am stärksten von den höheren Energiekosten betroffen sind.
Sie verwies auf Maßnahmen für die Landwirtschaft, die Fischerei und den Güterverkehr sowie auf die Unterstützung für Flaschengas.
Die Ministerin äußerte sich zudem kritisch zu den finanziellen Folgen des spanischen Vorgehens. Ohne die spanische Steuerpolitik direkt anzugreifen, argumentierte sie, dass eine niedrigere Kraftstoffbesteuerung zu Lasten der öffentlichen Finanzen gehe und letztendlich die Kosten für die Staatsverschuldung erhöhen könne.
Portugals derzeitige Kraftstoffbeihilfe funktioniert anders.
Wenn die Benzin- oder Dieselpreise im Vergleich zur Woche vom 2. bis 6. März um mehr als 10 Cent steigen, wird die durch diesen Anstieg eingenommene zusätzliche Mehrwertsteuer den Autofahrern durch eine vorübergehende Senkung der ISP zurückerstattet.
Die Regierung gibt an, dies bereits seit dem 26. Februar zu tun, und betont, dass sie aus dem jüngsten Anstieg der Kraftstoffpreise keine zusätzlichen Einnahmen erziele. Mehr als 700 Millionen Euro wurden bereits in Maßnahmen fließen lassen, die die Auswirkungen der höheren Kraftstoffkosten abfedern sollen.
Carvalho erklärte vor dem Parlament, dass sich die Rückerstattung der zusätzlichen Mehrwertsteuer durch ISP-Senkungen bis zum Jahresende auf 1,3 Milliarden Euro belaufen könnte.
Auch eine Obergrenze für Kraftstoffpreise wurde abgelehnt
Die Regierung zögert ebenso, eine Preisobergrenze an Tankstellen einzuführen.
Carvalho sagte, eine Festsetzung der Kraftstoffpreise käme nur als letztes Mittel in Betracht; stattdessen bevorzuge man direkte Unterstützung.
Die aktuellen ISP-Sätze traten am 7. September in Kraft. Der außerordentliche Rabatt beläuft sich derzeit auf 96,49 € pro 1.000 Liter Dieselkraftstoff und 75,48 € pro 1.000 Liter bleifreies Benzin vor Berücksichtigung der Mehrwertsteuer.
Die Kraftstoffpreise in Portugal stehen erneut unter Druck, da die Instabilität im Nahen Osten die internationalen Preise für Öl und Raffinerieprodukte in die Höhe getrieben hat.
Die Regierung wurde wegen des Preisunterschieds zwischen Portugal und Spanien kritisiert, wo Autofahrer an der Tankstelle nach Einbeziehung der Steuern im Allgemeinen weniger bezahlen.
Vorerst hält die Regierung jedoch an ihrem bestehenden System fest: Sie passt die ISP bei starken Preisanstiegen an und leistet gezielte Unterstützung für bestimmte Sektoren, anstatt die Kraftstoffsteuern pauschal zu senken.








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